H2Accelerate – neue Zusammenarbeit für emissionsfreien Wasserstoff-Lkw

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H2Accelerate – neue Zusammenarbeit für emissionsfreien Wasserstoff-Lkw im großen Maßstab

Ulm, 15.12.2020

IVECO, die Daimler Truck AG, OMV, Shell und die Volvo Group arbeiten künftig zusammen, um die Voraussetzungen für die Einführung von Wasserstoff-Lkw auf dem europäischen Massenmarkt zu schaffen.

Da sich immer mehr Länder und Unternehmen zu einem emissionsfreien Transport bekennen, ist die Interessensgemeinschaft H2Accelerate davon überzeugt, dass Wasserstoff als zentrales Element der vollständigen Dekarbonisierung des Lkw-Bereichs eine entscheidende Rolle spielt.

Mit der Einführung von wasserstoffbetriebenen Lkw in hohen Stückzahlen können zudem neue Industriebereiche entstehen: CO2-freie Wasserstoffproduktionsanlagen, große Wasserstoffverteilsysteme, ein Tankstellennetz mit hoher Kapazität für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff und die Produktion von wasserstoffangetriebenen Lkw. Die an H2Accelerate beteiligten Unternehmen gehen davon aus, dass synchronisierte Investitionen des gesamten Sektors in den 2020er Jahren die Bedingungen für die Massenmarkteinführung von wasserstoffbetriebenen schweren Lkw schaffen. Das ist aus ihrer Sicht die Voraussetzung, um das europäische Ziel eines emissionsfreien Straßengüterverkehrs bis zum Jahr 2050 zu erreichen.

Die flächendeckende Einführung von wasserstoffbetriebenen Lkw wird etwa ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Den Anfang machen dabei Kunden, die sich bereits frühzeitig zu dieser Technologie bekennen und entsprechende Lkw einsetzen wollen. Diese Lkw kommen zunächst in regionalen Clustern sowie entlang der ausgelasteten europäischen Transportrouten mit einer guten Wasserstoff-Tankstellenversorgung zum Einsatz. Im Laufe des Jahrzehnts werden diese Cluster dann miteinander verbunden, damit ein europaweites Netzwerk entsteht.

Implementierungsphasen:

Phase 1: Erste Tankstellen und Lkw
- Hunderte Lkw
- >20 Tankstellen mit hoher Kapazität
- Machbarkeitsnachweis für Konzepte von Tankstellen mit hoher Kapazität
- Ausgewählte Standorte/Cluster

Phase 2: Europaweite Abdeckung
- Zweite Hälfte der 2020er Jahre: vierstellige Produktionszahlen pro Jahr
- Rapide Volumenerhöhung > 10.000 Lkw
- Europaweite Abdeckung der wichtigsten Transportrouten
- Tankstellen mit hoher Kapazität und Funktionssicherheit.

Während des gesamten Ausbaus sind öffentliche Mittel erforderlich. Die an H2Accelerate Beteiligten wollen in einer ersten Phase gemeinsam Fördermittel für frühe Vorserienprojekte akquirieren. Parallel dazu werden die Teilnehmer mit politischen Entscheidungsträgern und Regulierungsbehörden zusammenarbeiten. Das gemeinsame Ziel ist dabei, ein politisches Umfeld zu schaffen, das die künftige Serienfertigung von Wasserstoff-Lkw und ein europaweites Betankungsnetz für CO2-freien Wasserstoff unterstützt.

Kommentare der beteiligten Unternehmen:

Gerrit Marx, President Commercial & Specialty Vehicles bei CNH Industrial: „Die flächendeckende Einführung der wasserstoffbasierten Brennstoffzellentechnologie im Schwerlastverkehr hängt von der notwendigen Infrastruktur ab. Zudem sind ganz konkrete Projekte gemeinsam mit Spediteuren und anderen Beteiligten der Branche nötig, um zu demonstrieren, dass diese Lösung finanziell tragfähig ist und sich für den Praxiseinsatz eignet. Die bahnbrechende Zusammenarbeit innerhalb von H2Accelerate wird die Voraussetzungen dafür schaffen und den Übergang zum emissionsfreien Straßengüterverkehr beschleunigen."

„Klar ist: Für eine erhebliche Steigerung der abgesetzten Einheiten wasserstoffangetriebener Lkw müssen Fahrzeug- und Betriebskosten vergleichbar mit einem heutigen Diesel-Lkw sein. Das bedeutet, dass Lkw-Kunden die Möglichkeit haben müssen, ein vollständig emissionsfreies Fahrzeug erwerben zu können, das bei Betankungszeit, Reichweite und Kosten vergleichbar zu heute eingesetzten Fahrzeugen ist. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein klarer regulatorischer Rahmen erforderlich, der die Wasserstoffversorgung, wasserstoff­angetriebene Lkw, die Betankungsinfrastruktur und Kundenanreize auf koordinierte Weise regelt", so Elisabeth Brinton, Executive Vice President für neue Energien bei Shell.