​Die Zukunft des ÖPNV 

Wie kann der öffentliche Nahverkehr künftig seine Vorreiterrolle in Sachen Umweltfreundlichkeit behalten?

​Zum Erreichen der Klimaziele leistet der ÖPNV einen wichtigen Beitrag. Immerhin ist die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nur halb so klimaschädlich wie die Fahrt mit dem PKW. Doch der Elektro-PKW ist auf dem Vormarsch – und so könnte dem ÖPNV künftig seine Vorreiterrolle im Umweltschutz streitig gemacht werden. Um eine zukunftsfähige Mobilität sicherzustellen, ist hier eine zeitige Gegensteuerung durch gezielte Maßnahmen wichtig. Denn der ÖPNV ist nicht nur – noch – weniger klimaschädlich als der motorisierte Individualverkehr (MIV), er ermöglicht auch eine selbstbestimmte Mobilität, mehr Sicherheit und ein geringeres Verkehrsaufkommen.

Daher ist es notwendig, dass der ÖPNV dem MIV auch in Zukunft in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz in nichts nachsteht. Bei Straßen-, U- und S-Bahnen ist das bereits Realität. Der Bus hingegen hinkt hinterher und ist zu einem großen Teil mitverantwortlich an der innerstädtischen Luftverschmutzung. Laut des Luftreinhalteplans Düsseldorf von 2013 betrug 2010 der Anteil der Busse für die Stadt Düsseldorf zwar nur 0,4 Prozent an der Jahresfahrleistung – sie waren aber für 5,7 Prozent der Stickoxid- und für 2,4 Prozent der PM10-Emissionen des gesamten Kraftfahrzeugverkehrs verantwortlich.

Nachrüstung nur eine Lösung auf Zeit​

Clean Air – ein gemeinsames Projekt von neun europäischen Umweltverbänden, die für saubere Luft in Europas Städten kämpfen – hat deshalb einen Leitfaden für Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen entwickelt, ÖPNV-Busse sauberer zu machen. Dem Leitfaden zufolge stehen Verkehrsunternehmen und Kommunen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, den Schadstoffausstoß von Stadtbussen zu senken: Der sukzessive Austausch alter durch neue, schadstoffärmere Fahrzeuge und die Nachrüstung bestehender Busflotten, wobei letztere Möglichkeit lediglich eine Lösung auf Zeit darstellt.​

Für eine Flottenerneuerung spricht nicht nur der Umweltaspekt – auch steigern neue, moderne Fahrzeuge die Attraktivität des ÖPNV, da auch die Kunden hinsichtlich technischer Ausstattungen wie Klimaanlagen und Informationsservices immer anspruchsvoller werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Stadtbusse eine lange Lebensdauer haben (in der Regel zehn bis zwölf Jahre) und der Austausch gegen neue Fahrzeuge somit einen langjährigen Prozess darstellt.

CNG: großes Potenzial für Linienbusse

Was sind die Alternativen zum Diesel-Bus? Fahrzeuge mit Gasantrieb zum Beispiel. Der Vorteil: Fast keine Feinstaubbelastung und wenig Stickoxide bei der Verbrennung sowie ein leiserer Fahrbetrieb. Deshalb hat IVECO BUS im Laufe der letzten 20 Jahre viel Energie in die Entwicklung von CNG-Bussen gesteckt. So ist der Urbanway in einer neuen Baureihe mit Cursor 8 CNG-Motor verfügbar. Auch den CREALIS, der einhellig als branchenweit beste Beförderungslösung für das schmalere Gemeindebudget anerkannt ist, ist mittlerweile als CNG-Version erhältlich. Erst letztes Jahr haben die Stadtverwaltung der französischen Stadt Nantes und die für den dortigen Busbetrieb zuständige Gesellschaft Semitan ihre Erweiterung der ÖPNV-Busflotte um 80 Urbanway Gelenkbusse mit Gasantrieb abgeschlossen. Außerdem ist der Crossway Low Entry seit letztem Jahr unter dem Namen Crossway LE Natural Power als CNG-Version unterwegs und wird sogar von einem leistungsstarken, emissionsarmen Cursor 9 CNG-Motor angetrieben.

Auch Hybridbusse, bei denen der Verbrennungsmotor durch einen Elektroantrieb unterstützt wird, bieten eine umweltfreundlichere Alternative zu Diesel-Bussen. Die Vorteile liegen auch hier auf der Hand: niedrige Schaftstoff- und CO2-Emissionen und weniger Lärm. Außerdem wird die Anschaffung von Hybridbussen teilweise gefördert. ​

Unser Fazit: Den ÖPNV emissionsarm – und somit zukunftsfähig zu gestalten – ist eine der größten Herausforderungen der Mobilitätsbranche. Ein positiver Trend: Hybride auf Gas-Basis und CNG-Busse sind auf dem Vormarsch. Die Umrüstung ist jedoch ein langjähriger Prozess.

 

Quellen:
Focus Online, Öko-Institut e.V., Clean Air