​​Diese 5 Fakten zu Elektrofahrzeugen sollten Sie kennen!​

​Welche Unterschiede hat ein Elektrofahrzeug gegenüber einem Dieselfahrzeug? Und wie fährt sich eigentlich ein Elektrofahrzeug mit 5,2 t? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es von unserem Leiter für Produktmanagement Daily, Martin Kemter.

Warum ist das Thema Elektrofahrzeug plötzlich in aller Munde? Und funktioniert dieses alternative Antriebskonzept auch im Transporter-Segment? 

Martin Kemter: Im Bereich der PKW ist das Thema Elektrifizierung kein Neues. Brisant in der medialen Darstellung im Bereich der Nutzfahrzeuge wurde es aber erst im letzten Jahr, nachdem durch die lang anhaltende Überschreitung der Emissionsgrenzwerte in Städten plötzlich Einfahrverbote drohen. Unter diesem Szenario wird eine funktionierende und ausgereifte Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor benötigt.

Und die kann IVECO im Transporter-Segment bieten. Neben dem klassischen Dieselmotor und unseren erdgasangetriebenen Fahrzeugen stehen auch vollelektrische Fahrzeugvarianten für unsere Kunden bereit, damit Transportaufgaben jeglicher Art auch in Zukunft ohne Kompromisse erledigt werden können. Bereits seit 2009 schickt IVECO seine leichte Baureihe mit einem Elektroantrieb auf die Straßen. IVECO ist in Bezug auf Elektromobilität also schon ein „alter Hase“, der auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken kann und diese mit aktuellen Modellen auch einsetzt. Erst vor zwei Monaten wurde unsere Daily Blue Power Serie mit dem renommierten Award „International Van oft he Year 2018“ ausgezeichnet. Das Antriebskonzept Elektrofahrzeug funktioniert also durchaus auch im Transporter-Segment. 

Worin unterscheiden sich Diesel- und Elektrofahrzeuge im grundsätzlichen Aufbau?​

Martin Kemter: Die Energiequelle des konventionellen Dieselfahrzeugs ist der Selbstzünder, der sein Drehmoment über ein manuelles oder automatisches Getriebe an die Kardanwelle weitergibt, welche dann über ein Differential die Hinterachse und somit das Fahrzeug antreibt. Einen Selbstzünder und ein klassisches Getriebe gibt es beim Elektrofahrzeug zwar nicht, das Resultat, nämlich der Antrieb der Hinterachse ist aber dasselbe. Die Energie, die beim Dieselfahrzeug durch den Dieselkraftstoff bereitgestellt wird, kommt beim Daily Electric aus Batteriemodulen. Je nach Kundenanforderungen lassen sich bis zu 3 Batteriemodule im Fahrzeug unterbringen. Die Natrium-Nickelchlorid-Batterien sind 100% wartungsfrei und recyclebar und gegenüber witterungsbedingten bzw. außentemperaturabhängigen Einflüssen nahezu unabhängig. Ergänzend zu den Batteriemodulen wird im Fahrzeug noch ein sogenannter Supercap verbaut, der die Bremsenergie im Schubbetrieb schnell aufnimmt, Spannungsspitzen in der Leistungsanforderung an die Batterien ausgleicht und die Energie schnell und effizient wieder abgibt. Statt des klassischen Dieselmotors wird ein Dreiphasen Asynchron-Drehstrommotor mit maximal 80 kW verbaut, der in der Lage ist, auch ein vollausgeladenes Fahrzeug mit einem Gewicht von 5,2 t zuverlässig und effizient von A nach B zu bringen. Aufgeladen wird das Fahrzeug natürlich nicht an der Zapfsäule, sondern an der Steckdose mit verschiedenen Möglichkeiten, je nach Anforderung.

Wie sehen denn diese Anforderungen aus? Und welche Reichweiten lassen sich mit dem Daily Electric erzielen?​

​​Martin Kemter: Am effizientesten ist es, das Fahrzeug mit 400 V an öffentlichen Ladestationen aufzuladen. Mit dieser Methode werden die Batteriemodule innerhalb von 10 Stunden vollständig wieder aufgeladen. Wenn das Fahrzeug nur einen kurzen Ladestopp einlegen soll, kann mithilfe der Schnellladefunktion der Batteriestatus innerhalb von nur 2 Stunden auf 80 % gebracht werden. Damit ist dann ein schnelles Weiterfahren sichergestellt, ohne einen zu langen Fahrzeugstillstand in Kauf nehmen zu müssen. Alternativ kann das Fahrzeug auch häuslich über einen klassischen Schuko-Stecker mit 230 V geladen werden, wenn das Fahrzeug zum Beispiel über Nacht an einem Ort abgestellt wird, an dem ein Laden mit 400 V nicht möglich ist. 
Die erzielbare Reichweite hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Batteriemodule sowie dem Fahrbetrieb durch den Nutzer ab. In der Praxis können aber ohne Weiteres 180-200 km in der Konfiguration mit 3 Batteriemodulen erreicht werden. Somit ist eines der größten Vorurteile des Elektroantriebs im Transport-Segment widerlegt, dass die erzielbaren Reichweiten nicht vereinbar wären mit der Tagesfahrleistung. Sieht man sich die Fahrzeugnutzungen im Segment 3,5 t – 5,2 t einmal genauer an, spielt sich der Großteil der Tagesfahrstrecke im Bereich 100 – 150 km ab – und stellt somit kein Hindernis für unsere Elektromodelle dar. 

Wie war es für Sie, als Sie das erste Mal am Steuer eines Daily Electric saßen?​

Martin Kemter: Die Erfahrung, ein Elektrofahrzeug zu fahren, ist wirklich toll. Gewöhnungsbedürftig ist sicherlich in den ersten Minuten das fehlende Motorengeräusch. Man ist doch zunächst etwas irritiert, den Zündschlüssel umzudrehen und anschließend der Stille zu lauschen. Aber bereits auf den ersten Metern verfliegt diese Skepsis, wenn sich das Fahrzeug nahezu lautlos in Bewegung setzt und dahingleitet. Der eigentliche Fahrbetrieb ist vergleichbar mit dem eines konventionellen Dieselfahrzeugs. Es gibt ein Gas- sowie ein Bremspedal. Die sonst anfallende Schaltarbeit übernimmt ein einstufiges Getriebe.  Durch die Bedienung des Wahlhebels des Fahrmodus hat man als Fahrer auch noch einen direkten Einfluss auf die erzielbare Reichweite. Durch geschicktes Ausnutzen der Bremsenergie-Rekuperationsfunktion wird Bremsenergie wieder zurück in elektrische Energie umgewandelt und erhöht somit die direkte Reichweite im Fahrbetrieb. Vorausschauend fahren lohnt sich also auch mit einem Elektrofahrzeug.

Welche Modellvarianten gibt es für den Daily Electric?​

Martin Kemter: Um eine größtmögliche Akzeptanz für Elektrofahrzeuge im Transporter-Segment zu erzielen, ist es unabdingbar, die Vorteile des konventionellen Diesel-Dailys auch auf den Daily Electric zu übertragen. Aus diesem Grund bietet IVECO im Bereich 3,5 t bis 5,2 t den Daily Electric als Kastenwagen und als Fahrgestell an. Der Kastenwagen ist sowohl in der einzelbereiften als auch zwillingsbereiften Variante verfügbar. In der Version mit dem Superhochdach H3 und dem Radstand 4100 mm erzielt der Daily Electric ein klassenbestes Laderaumvolumen von 19,6 m³. Auch als Fahrgestell bietet er das volle Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten – ganz gleich ob Trockenfrachtkoffer, Pritsche oder Dreiseitenkipper: Der Daily Electric ist in der Lage, (fast) jede Anforderung unserer Kunden zu erfüllen.​